Ausflugsziele
ist ein historischer Marktflecken in Südwest-Böhmen, der in
der Hälfte der Entfernung zwíschen Sušice und Horaždovice liegt. Seine
imposante Dominante ist die Ruine der gotischen Burg, einer der grössten in Böhmen,
die "wie ein Flussadler ihre Flügel über dem Tal ausstreckt" /Vladimír
Stuchl/. Die Burg lockt durch ihre Herrlichkeit, durch ihr wirkungsvolles
Aussehen, durch ihre Grösse und auch durch ihre wohl bekannte Geschichte jedes
Jahr Zehntausende von unseren und von ausländischen Touristen. Und nicht nur
das: in Rabí haben sich in den letzten Jahren bedeutende Film und Fernsehschöpfer
das Stelldichein verabredet /František Vláèíl, Jiøí Krejèík, P. Weígel
usw./. Das typische fotogenische Antlitz der Burg Rabí und ihz reichlich
gegliedertes Interieur erschienen sogar in einem Film des DEFA Studios der DDR
über den mittelalterlichen Maler Jörg Ratget.
Die
Geschichte der Burg und auch des anliegenden Marktfleckens ist ein Beweis der
Entwicklung unseres Landes, vom Spätfeudalismus bis zum Kapitalismus.
Die Burg entstand in der Nähe eines Handelsweges, des sgn. "Svìtlá"
- Weges. Die offensichtliche Ursache ihrer Gründung waren zahlreiche und
ausgedehnte Goldwäschen am Otava Fluss. Auf dem Felsengipfel wurde am Anfang
des 14. Jahrhunderts ein mächtiger Turm gebaut, dessen Bauherren sehr
wahrscheinlich die Herren von Velhartíce waren. Um díe Hälfte des 14.
Jahrhunderts wurde der Turm von einem Burggraben umgeschlossen, verschanzt durch
eine Steinmauer mit Burgzinne. Unter der Burg entstand eine Siedlung schon am
Anfang des 14. Jahrhunderts und sie wurde dann zum Keim der nachherigen Stadt.
Die erste schriftlíche Erwähnung von der Existenz Rabí stammt aus dem Jahre
1380 /..."Pùta Švihovský von Skála, auf Rabí angesiedelt..."/,
was in den Facharbeiten von Ing. D. Menclová bewiesen wurde. Zum Erweiterung
und zum Ausbau der neuen Befestigunu Rabís kam es Ende des 14. oder am Anfang
des 15. Jahrhunderts, so dass sie für eine der festesten Burgen in Böhmen zu
gelten begann.
die größte Stadt Südböhmens, hat viel mehr zu bieten als
sein weltberühmtes Bier Budvar (Budweiser). Aufgrund seiner sehr gut erhaltenen
Altstadt wird Budweis oft als das "böhmische Florenz" bezeichnet. Die
Stadt, im 17. Jahrhundert durch Krieg und Brände zerstört, wurde im 18.
Jahrhundert von den Habsburgern aufwendig rekonstruiert.Glanzpunkt im Zentrum
der Stadt ist der riesige Premysl-Ottokar II. - Platz, einer der größten Plätze
Europas. Vor allem die Arkaden der eleganten Gebäude und der achteckige Samson-Brunnen
lassen einen imposanten Eindruck entstehen. Vom 72 m hohen Schwarzer Turm am
Platz hat man einen wunderbaren Blick über die Altstadt.
Vor den Toren der Stadt, 8 Kilometer nordwestlich, lockt das beeindruckende
Schloß Hluboka, das gerne mit Neuschwanstein verglichen wird. Die Fürstenfamilie
Schwarzenberg hat ein
Krumau
Jede
Reise durch Südböhmen führt unweigerlich nach Krumau/ Cesky
Krumlov. Die kleine Stadt, idyllisch zwischen zwei Schleifen der Moldau
gelegen, ist als bedeutendstes europäisches Denkmalreservat nach Venedig
eingestuft und wird unter UNESCO-Überwachung aufwendig restauriert. Fast alle Häuser
im Zentrum wurden im ausgehenden Mittelalter gebaut. Vom bunten Schloßturm
bestaunt man das Puzzle aus rotbraunen Ziegeldächern, Fresken, Wappen, Säulen,
Simsen, Ornamenten und Schnitzereien. In der lebendigen, malerischen Altstadt läßt
man sich gerne treiben. In jedem kleinen Gäßchen, in jedem noch so versteckten
Winkel eröffnen sich neue faszinierende Perspektiven. Kunstfreunde sollten sich
das Egon-Schiele-Zentrum nicht entgehen lassen.
Prachatitz
Wo
die Hänge des Libin (1096 m) in die Otava- und Elbe-Ebene übergehen, liegt das
sympathische mittelalterliche Handelsstädtchen Prachatitz/Prachatice,
das "Tor zum Böhmerwald". Es wurde 1325 gegründet und profitierte in
seinen ersten 100 Jahren von seiner Schlüssellage am "Goldenen Steig".
Der Goldene Steig verband als bedeutende mittelalterliche Handelsstraße die böhmischen
Länder mit dem deutschen Donaugebiet und den Ländern südlich davon.
Prachatice ist vor allem durch die Sgraffito-Fassaden und die mittelalterliche
Altstadt bekannt. In die kleine, kreisförmig angelegte Altstadt gelangt man
durch das Piseker Tor aus dem 15. Jahrhundert, welches prachtvoll mit Zinnen,
Ecktürmen und einem Fresko bestückt ist. Wahrzeichen Prachatices ist das
steile, rotgerippte Dach der gotischen Kirche St. Jakob (1350), dem ältesten
Gebäude der Stadt.
In der Umgebung lohnt ein Abstecher zum schönsten Renaissanceschloß Böhmens
in Kurzweil/Kratochvile.
Klattau
Die Kreisstadt Klatovy ist ein bedeutendes Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum Südwestböhmens. Sie wurde vom böhmischen König Pøemysl Otakar I1. um das Jahr 1260 in der Nähe des wichtigen Landweges von Böhmen nach Bayern gegründet, Der Grundriß des historischen Teils der Stadt ist ein unregelmäßiges Oval, aber die Dispositionen der Straßen sind zumeist gerade und rechtwinkelig. Die Dominante Klatovys bilden der 76 Meter hohe 5chwarze Turm (Èerná vìž) aus den Jahren 1547-1557, das von J. Fanta im Jahr 1925 umgebaute Renaissancerathaus (1557-1559) und die zweitürmige barocke Jesuitenkirche, die nach Plänen von Orsi und Lurago gebaut wurde. Im historischen Teil befinden sich weitere 80 denkmalgeschützte Objekte - zum Beispiel das System der Stadtbefestigungen mit Rundtürmen und über 10 Meter hohen Wällen. Der Weiße Turm (Bílá vìž), Bürgerhäuser verschiedener Baustile, unter denen sich um den Stadtplatz ein umfangreiches System von zwei- und dreistöckigen Kellern und unterirdischen Gängen befindet, die als Verstecke und Lagerräume gebaut wurden, oder die Barockapotheke zum Weißen Einhorn (U bílého jednorožce) mit reicher Holzschnitzerei und der Gedenkstätte der revoiutionären Traditionen der Kämpfe und des Fortschritts des Gebietes von Klatovy im 1. und 2. Stock. Unter der Jesuitenkirche befinden sich Katakomben - die Begräbnisstätte der Mitglieder des Jesuitenordens, reicher Bürger und des Adels aus der Umgebung der Jahre 1676-1784. Ein sinnreiches System von Lüftungskanälen bewahrte hier eine ständige Temperatur und Feuchtigkeit, so daß die toten Körper mumifiziert wurden.
Die Stadt hat eine reiche und interessante Geschichie. Im Zeitraum des gipfelnden Feudalismus verzeichnete sie einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Síe schloß sich ín der Hussítenzeit dem Städtebund von Tábor an. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde Klatovy wegen des Widerstands gegen die Habsburger und Katholiken verfolgt. Ausgangspunkt der Gegenreformationsbestrebungen wurde das Jesuitenkollegium und Gymnasium. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt war in jener Zeit rückständig und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte die Entwicklung der Industrie, insbesondere der Wäscheerzeugung, wiederum zum Aufstieg. Klatovy wurde auch durch die Zucht von Nelken berühmt, die um 1813 Rittmeister Volšanský aus Frankreich mitbrachte.
Die Gegenwart von Klatovy knüpft an das heldenhafte Vermächtnis seíner Patrioten, die im Jahr 1942 von der Gestapo im Wald Lubský les (heute steht an diesem Ort ein Denkmal) ermordet wurden oder im Kampf gegen die Okkupanten ums Leben gekommen sind, und an die Traditionen des Jahres 1948 an, mit dem der Aufbau des Sozialismus eingeleitet wurde. Das heutige Klatovy hat 23 000 Einwohner und ist ein bedeutendes Kultur- und Industrie
Zentrum des Kreises.