DIE  BURG  RÁBÍ

        Die wahrscheinlichste Erklärung für die Entstehung des Namens Rabí: durch Ableitung vom Namen eines Hügels oberhalb des Flusses Otava - ursprünglich hieß dieser Hügel VRABÍ = "Krähen-Hügel", durch häufigen Gebrauch verschwand in der Umgangssprache allinählich der Anfangsbuchstabe. Der Name des Flusses Otava stammt vom keltischen ATA-AVA = goldtragender Fluß.
ZUR GESCHICHTE DES STÄDTCHENS RABÍ:
    Die Vorburg entstand parallel zur Entwicklung der Burg nach und nach seit im 14. Jahrhundert als Keimzelle des späteren Städtchens. Ihr größter Aufschwung fällt in die Zeit der Herrschaft von Púta Švihovský von Rýzmberk. Der erwirkte 1499 beim König die Erhöhung der Vorburg zur Stadt. Nach diesem königlichen Privilegium erhielt Rabí folgende Stadtrechte:
- Befestigungsrecht (Bau einer Befestigung, die aber nur ein Torso blieb) - Schwertrecht (Hinrichtungen)
- Marldrecht (einmal wöchentlich, zwei Jahrmärkte) - Handwerksrecht
- Freihandelsrecht
- das Recht zum freien Verkauf von Häusern (niemand durfte aber ohne Kenntrus des Herrn wegziehen, ohne einen Ersatzmann fiír sich zu finden)
- Braurecht (das Recht, Bier und Malz zu erzeugen und zu verkaufen)
    Kurz nach dem Erhalt des königlichen Privilegiums stellte Púta Švihovský von Rýzmberk der Stadt die Gründungsurkunde aus, womit er ihr die Rechte der Stadt Horažovice verlieh. Seit 1513 hat die Stadt Rabí auch ihr Stadtwappen.
    Die Burgmauer beginnt südlich von der Kirche und setzt sich innerhalb der Häuser bis zur jetzigen Schule fort. Hier ist bis heute ein Rest des Tores erhalten, durch das man in die Stadt einfuhr. Die weitere Lisnie der Burgmauer läßt sich nur innerhalb der Häuser bis zum jüdischen Friedhof erahnen.
Die Achse des zweiten Teiles der Stadt, der 1499 auf von Púta II, der Stadt geschenkten Grundstücken errichtet wurde, ist der neuere Weg, der Sušice (Schüttenhofen) und Horaždovice verbindet.