Die  Stadt  Klattau

KlattauDie Kreisstadt Klatovy ist ein bedeutendes Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum Südwestböhmens. Sie wurde vom böhmischen König Pøemysl Otakar I1. um das Jahr 1260 in der Nähe des wichtigen Landweges von Böhmen nach Bayern gegründet, Der Grundriß des historischen Teils der Stadt ist ein unregelmäßiges Oval, aber die Dispositionen der Straßen sind zumeist gerade und rechtwinkelig. Die Dominante Klatovys bilden der 76 Meter hohe 5chwarze Turm (Èerná vìž) aus den Jahren 1547-1557, das von J. Fanta im Jahr 1925 umgebaute Renaissancerathaus (1557-1559) und die zweitürmige barocke Jesuitenkirche, die nach Plänen von Orsi und Lurago gebaut wurde. Im historischen Teil befinden sich weitere 80 denkmalgeschützte Objekte - zum Beispiel das System der Stadtbefestigungen mit Rundtürmen und über 10 Meter hohen Wällen. Der Weiße Turm (Bílá vìž), Bürgerhäuser verschiedener Baustile, unter denen sich um den Stadtplatz ein umfangreiches System von zwei- und dreistöckigen Kellern und unterirdischen Gängen befindet, die als Verstecke und Lagerräume gebaut wurden, oder die Barockapotheke zum Weißen Einhorn (U bílého jednorožce) mit reicher Holzschnitzerei und der Gedenkstätte der revoiutionären Traditionen der Kämpfe und des Fortschritts des Gebietes von Klatovy im 1. und 2. Stock. Unter der Jesuitenkirche befinden sich Katakomben - die Begräbnisstätte der Mitglieder des Jesuitenordens, reicher Bürger und des Adels aus der Umgebung der Jahre 1676-1784. Ein sinnreiches System von Lüftungskanälen bewahrte hier eine ständige Temperatur und Feuchtigkeit, so daß die toten Körper mumifiziert wurden.


    Die Stadt hat eine reiche und interessante Geschichie. Im Zeitraum des gipfelnden Feudalismus verzeichnete sie einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Síe schloß sich ín der Hussítenzeit dem Städtebund von Tábor an. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde Klatovy wegen des Widerstands gegen die Habsburger und Katholiken verfolgt. Ausgangspunkt der Gegenreformationsbestrebungen wurde das Jesuitenkollegium und Gymnasium. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt war in jener Zeit rückständig und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte die Entwicklung der Industrie, insbesondere der Wäscheerzeugung, wiederum zum Aufstieg. Klatovy wurde auch durch die Zucht von Nelken berühmt, die um 1813 Rittmeister Volšanský aus Frankreich mitbrachte.


    Die Gegenwart von Klatovy knüpft an das heldenhafte Vermächtnis seíner Patrioten, die im Jahr 1942 von der Gestapo im Wald Lubský les (heute steht an diesem Ort ein Denkmal) ermordet wurden oder im Kampf gegen die Okkupanten ums Leben gekommen sind, und an die Traditionen des Jahres 1948 an, mit dem der Aufbau des Sozialismus eingeleitet wurde. Das heutige Klatovy hat 23 000 Einwohner und ist ein bedeutendes Kultur- und Industrie zentrum. Hier entwickelt sich vor allem die Nahrungsmittelindustrie (Fleischkombinat, Geflügelverarbeitungsbetriebe, Westböhmische Molkereien), die Lederindustrie (Nationalunternehmen Kozak), von den älteren Betrieben ist hier das Nationalunternehmen $umavan und das Nationalunternehmen $koda, das zur Produktion von Industrieöfen überging. Mit der Entwicklung der Industrie hängt auch der gesamte Aufbau der Stadt zusammen. Von der modernen Architektur nehmen das Gebäude der Kreisleitung der KPTsch, das Kulturhaus Družba, die Hotels Beránek und Rozvoj, der Stadtplatz námìstí A. Zápotockého mit dessen Statue oder das Sportareal mit Eisstadion gefangen.
Traditionell reichhaltig ist das Kulturleben der Stadt, mit der aus der Vergangenheit die Namen bedeutender Persönlichkeiten der tschechischen Kultur und Bildung (V. M. Kramerius, K. S. Amerling, J. Franta-Šumavský, J. Vrchlický, K. Klostermann, J. Kvapil, F. Køižík, A. V. $milovský, J. Vanèura und weitere) verbunden sind. Daran khüpft die Tätigkeit zahlreicher Kulturinstitutionen und Einrichtungen an - Kreismuseum, Kulturzentren, Bibliothek, Volkskunstschulen, wo Folklore- und Musikensembles sowie Einzelpersonen im Volkskunstschaffen bedeutende Erfolge erzielen. Eine ständige Theaterbühne organisiert alljährlich Dutzende von Theatervorstellungen und Konzerten von Berufskünstlern für die Öffentlichkeit von Klatovy. Das Sportleben ist vielseitig und es verbessern sich ständig die Bedingungen für seine Massenentwicklung.


    Auch die Umgebung der Stadt kann ihren Besuchern eine Reihe historischer und kultureller Denkmäler und Naturschönheiten anbieten. In Klenov8 (Schloß und Ruine einer gotischen Burg) befinden sich die Kreisgalerie der bildenden Künste und ein ständiger Ausstellungssaal der Nationalkünstlerin Vilma Vrbová-Kotrbová, nördlich der Stadt ist die unikale Wasserburg Švihov, in Plánice das F.-Køižík-Museum, in Chudenice Schloß und Museum mit Arboretum, die mittelalterliche Festung Opálka und eine Reihe weiterer. Kein Besucher läßt sich gewiß einen Ausflug in das bedeutsamste Zentrum des Böhmerwaldes (Šumava) - Železná Ruda - entgehen, in dessen Nähe sich die bekannten Gletscherseen Èerné und Èertovo jezero (Schwarz- und Teufelssee) befinden. Gute Straßen und Eisenbahnverbindung in den nördlichen Teil des Böhmerwaldes bieten Möglichkeiten der Sommer- und Wíntererholung.