Bei  uns  im  Pootaví

    Mittelpootaví nennen wir ein verhältnismäßig großes Gebiet, das sich unter den mächtigen Mauern der Burg Rábí erstreckt. Dieses Gebiet durchzieht der schäumende und einstmals gold- und perlenfördernde Fluß Otava.
Ganz zu Beginn dehnt sich das Otava-Flußgebiet hinter Sušice nahe des Dorfes Èepice in einem weiten Gefilde sattgrüner Weiden aus. Das Tal wird von Kalksteinhügeln umsäumt, die etwa 500-600 m hoch sind. Am linken Ufer liegen die Dörfer Budìtice, Vlkonice und Lípová Lhota, am rechten Ufer Nezamyslice mit Domoraz und Èimice. Rabi vegrössern Das Tal schließt sich hinter Bojanovice zu einem kleineren Kamm, am Fluß berühren sich dabei fast Plešivec auf der linken Seite mit Prácheò auf der rechten. Das Qtava-Flußgebiet ist ein Weidengebiet, aber es gibt hier auch sanft geschwungene Felder, kleine Wäldchen und auch tiefere Wälder auf den umgebenden Hügeln.
Die erste dauerhafte Besiedlung des Gebiets hing zusammen mit der Ausbreitung der Kelten, die vor etwa 3000 Jahren in der Otava Gold schürften. Aus der Zeit der ersten Siedlungen stammte der Burgkomplex Prácheò, der später zu einem Herrschersitz umgebaut wurde. Nach ihm wurde das große Gebiet des Pilsener Kreises bis zum È,eskobudìjovicer-Prácheòer Kreis benannt. Eine weniger bedeutende Burg finden wier beispielsweise bei Èimice, archäologisch bisher noch nicht nachgewiesen sind zwei weitere in Líseò bei Rábí und in Dìdkovì Konì bei Domoraz. Daraus läßt sich schließen, das das Gebiet eine rasche und dichte Besiedlung erfuhr.
nezamyslice vergrössernDie Einrichtung eines Benediktinerklosters in Nezamyslice war ein .wertvoller Beitrag zur wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Entwicklung des Otava-Flußgebietes. Das Kloster wurde zwar vom Hussitenheer im l5. Jahrhundert zerstört, aber die ehema(ige Klosterkirche erstand wieder in alter Schönheit auf, und ist bis heute ein Zeugnis des Ruhms von Prácheò und seiner Umgebung. Der Legende nach soll sich auch der sagenhafte Günther hier aufgehalten haben. Bereits zu Beginn des l0. Jahrhunderts führte durch das Gebiet der ~tava eine Handelsstraße, die Bayern mit Mittelböhmen verband.
rabi vergrössernIm hohen Mittelalter wurde das Gebiet von der mächtigen Burg Rábí aus verwaltet. In ihrer baulichen Anlage finden wir verschiedene Epochen der Vervollkommnung und der Befestigung des mittelalterlichen Verteidigungssystems. Die Burg ist die größte tschechische Ruine und wurde zum nationalen Kultur-Denkmal erklärt. Sie ist auch für Besichtigungen geöffnet.
Ein weiteres wertvolles Baudenkmal der Region ist die frühgotische Kirche in Budìtice, die in ihrem Kern noch von der Romanik geprägt ist. Oberhalb von Budìtice finden wir im Wald die bescheidenen Reste einer ebenfalls frühgotischen Kirche, der Vorgänger des Rábí. In der Kirche von Nezamyslice sind neben romanischen Elementen auch wundervolle Steinhauarbeiten aus der Blütezeit des schönen Stils, der Gotik, hier aus der Vladislausepoche, zu sehen.
zichovice vergrössernIm Otava-Flußgebiet können Sie noch viele weitere interessante Dinge sehen. Aus dem Barock, der jüdische Gedenkfriedhof in Rábí, aus der Renaissance, das malerische Žichovicer Schloß. Im Gegensatz zu der lichten, offenen und luftigen italienischen Renaissance erscheint das Schloß verschlossen, ohne äußeren baulichen Schmuck. Es handelt sich dabei um die sogenannte Hinteralpenrenaissance, wie wir sie aus nördlicheren europäischen Ländern kennen. Das Diamantgewölbe im Keller der Mariä-Himmelfahrtakirche in Nezamyslice gehört zu den schönsten in den böhmischen Ländern. Die, an vielen ehemaligen Gehöften zu sehenden, verzierten Giebel, die an gemalte Lebkuchen erinnern, stammen aus der Zeit des Barocks. Die Giebel wurden von unbekannten Maurermeiatern aus dem Volk gefertigt. ln Böhmen hat sich für diese Form der Bau-Kunst der Begriff Bauernbarock eingebürgert. Reiner Barock ist auch die Friedhofskirche des hl. Jan Nepomucký in Ráhí. Besonders hübsch sind die Bauernbarockgiebel auf dem Markt-Platz in Rábí.
fluss otava vergrössernDies ist aber bei weitem nicht alles in der Aufzählung künstlerischer Denkmäler. Die Kapellen der Dorfplätze stammen mehrheitlich aus dem l9. Jahrhundert und sind ein Beweis der Religiosität und des tiefen Glaubens unserer Vorfahren. Und noch einmal die Kirche in Nezamyslice - der neugotische Altar ist ein Werk von Mistr Mocker. Ein in ähnlichem Stil gefertigtes Unikat, in der Kapelle des hl. Erazim in Nezamyslice, stammt von den Meistern Rint (bekannt aus dem Passauer Künstlerkreis). Chor, Bänke und Altar, sind in einheitlichem Stil gefertigt und gehören zu den schönsten Werken der Rints. In der Kapellengruft sind Mitglieder des Adelsgeschlechts Lamberk begraben, welches geschichtlich mit Salzburg verbunden war.
budetice vegrössernNicht weniger reich ist das Otava-Flußgebiet an Natur. Der kristallklare Fluß Otava bietet viele Möglichkeiten zum Baden, Angeln únd zum Wassersport. In den umgebenden Wäldern können sie lange und anstrengende Wandertouren unternehmen, oder auch nur ein wenig zur Erholung spazierengehen. Auf den Kalksteinhügeln gedeiht eine seltene und geschützte wärmeliebende Flora und Fauna. Fast überall können Sie Rehe beobachten, die hier ideale Lebensbedingungen finden.
Eine ungewöhnliche Naturszenerie bietet in Žichovice ein überfluteter Kalksteinbruch. Der kleine See spiegelt an sonnigen Tagen den blauen Himmel wider, neben weißen Kalkfelsen und metallisch-blaugrünen Kiefern, die in den Felswänden wachsen.
Kirche von Budetice vegrössernDie Teiche und im Hintergrund die graue Silhouette des Rábí, von der Kirche in Nezamyslice aus gesehen, bieten ebenso einen wunderschönen Anblick. Um eine Aussicht über die weitere Umgebung zu bekommen, können Sie auf den Kosník, einen bewaldeten Hügel über dem Nezamyslice Herrenteich, steigen.
Auf eine Rarität ist die Landschaft besonders stolz - von allen Aussichtspunkten sehen Sie um sich herum mindestens drei Kirchturmspitzen (Budìtice, Hradešice, Bukovník, Rábí, Nezamyslice, Žihobce, Albrechtice, Prácheò usw.). Sie belegen die dichte Besiedlung der fruchtbaren Otavaflur.
bojanovice vegrössernDie Landschaft ist durch schädliche Umwelteinflüsse nur sehr wenig betroffen. Der einzige größere Industriebetrieb ist die traditionsreiche Kalkbrennerei in Velké Hydèice. In Žichovice können Sie bis heute die Reste eines Rundofens zum Brennen von Kalk besichtigen. Hier wurde weißes Brot gegessen, wie man sagte. Die meisten arbeiteten in Kalkbrennereien und brannten weißen Kalk. In Žichovice arbeitet ein Fischereibetrieb. Die Felder werden von landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet, die den komplizierten Weg der Transformation von Landwirtschuftlichen Einheitsgenossenschaften zu neuen progressiven landwirtschaftlichen Betrieben geganden sind. Die Landwirtschaft wurde hier zum Hauptträger des Wirtschaftprogramms.
èepice vegrössernDer Dienstfeistungssektor entwickelt sich zunehmend und ist weitgehend auf den Fremdenverkehr ausgerichtet. Besucher kommen, wegen der schönen Natur und der guten Luft, zur Frholung, aber auch aus geschichtlichem und kulturellem Interesse, immer mehr. Landkarte vegrössern Wir möchten, daß es ihnen bei uns gefällt, daß sie schöne Erinnerungen mitnehmen und daß sie gern wieder hierher zurückkommen. Herzlich willkommen bei uns im Pootaví.